Pinterest Ads: Die Plattform, auf der Nutzer kaufbereiter sind als überall sonst
Pinterest-Nutzer suchen aktiv nach Kaufideen statt nur zu scrollen, was die Plattform für Kaufabsicht wertvoller macht als ihr Ruf vermuten lässt.
LR
Fachbeitrag vonLeadRaum Redaktion
Die LeadRaum Redaktion bündelt Erfahrung aus über einem Jahrzehnt Performance Marketing, Kampagnensteuerung und Vertriebsprozessen. Alle Beiträge werden vor Veröffentlichung fachlich geprüft und regelmäßig aktualisiert.
Fachredaktion Marketing & Vertrieb·Veröffentlicht am 10. August 2026·18 Min. Lesezeit
Kurz beantwortet: Pinterest Ads sind Werbeanzeigen, die im visuellen Entdeckungsfeed der Plattform erscheinen. Anders als auf Instagram oder TikTok scrollen Nutzer auf Pinterest mit einer konkreten Absicht: Sie suchen Inspiration, planen Projekte und entscheiden über Käufe. Die CPCs liegen meist unter denen von LinkedIn, die Kaufabsicht der Zielgruppe ist jedoch höher als auf vielen anderen Plattformen. Für visuell ansprechende Produkte und Dienstleistungen mit klar erkennbarem Nutzen ist Pinterest eine der effektivsten Werbeplattformen – bei gleichzeitig geringerem Wettbewerb.
Das Wichtigste in Kürze
Pinterest-Nutzer suchen aktiv nach Ideen – die Plattform ist eine Suchmaschine, kein Unterhaltungsmedium.- Die CPCs liegen typischerweise zwischen 0,50 und 2,50 Euro, also auf dem Niveau von Meta Ads.- Der Wettbewerb auf Pinterest ist geringer als auf Google oder Meta, was die Kosten niedrig hält.- Visuelle Produkte und Dienstleistungen mit klarem Nutzenversprechen performen auf Pinterest am besten.
Pinterest wird im Performance-Marketing häufig übersehen – zu Unrecht. Während die bekannten Plattformen um Aufmerksamkeit konkurrieren, liefert Pinterest etwas, das für Werbetreibende deutlich wertvoller ist: Kaufabsicht.
Wie Pinterest Ads funktionieren
Pinterest ist keine klassische Social-Media-Plattform, sondern eine visuelle Suchmaschine. Nutzer kommen mit einer konkreten Absicht – sie suchen nach Ideen für ein Projekt, eine Anschaffung oder eine Dienstleistung. Eine Anzeige auf Pinterest erscheint in diesem Suchkontext und wird von Nutzern nicht als Unterbrechung, sondern als relevanter Vorschlag wahrgenommen.
Anders als auf Instagram oder TikTok, wo Anzeigen zwischen Unterhaltungsinhalten erscheinen, werden Pinterest-Anzeigen zwischen Such- und Planungsinhalten ausgespielt. Der Nutzer ist in einem aktiven Entscheidungsprozess, nicht im passiven Konsum.
Die Anzeigenformate im Detail
Pinterest bietet fünf Hauptformate, die jeweils unterschiedliche Zielsetzungen bedienen:
Standard-Pins. Das Basisanzeigenformat – ein statisches Bild mit Titel, Beschreibung und einem Link zur Landingpage. Standard-Pins sind optisch nicht von organischen Pins zu unterscheiden, tragen aber eine dezente Werbekennzeichnung. Sie eignen sich am besten für Markenbekanntheit und Website-Traffic. Optimales Bildformat: 1.000 × 1.500 Pixel (2:3 Hochformat), da Hochformate auf Pinterest signifikant höhere Klickraten erzielen als Quadrate. Die ideale Bildschärfe und ein klarer Fokus auf das Produkt sind entscheidend, da Pins im Feed nur etwa 200 Pixel breit angezeigt werden.
Instagram Ads laufen technisch über den Meta Ads Manager, funktionieren aber nach eigenen Regeln. Formate, Zielgruppen, Kosten und die Fehler, die Kampagnen am häufigsten ausbremsen.
TikTok ist längst keine reine Jugendplattform mehr. Anzeigenformate, Kosten, Mindestbudgets und warum natives Creative über Erfolg oder Misserfolg entscheidet.
Google und Meta sind die teuersten Auktionsmärkte überhaupt, weil dort die meiste Konkurrenz stattfindet. Warum viele Agenturen trotzdem nicht über den Tellerrand schauen – und wo sich das lohnt.
Video-Pins. Kurze Videos zwischen 4 und 15 Sekunden, die im Feed automatisch stumm abgespielt werden. Video-Pins erzielen nachweislich höhere Engagement-Raten als Standard-Pins, insbesondere bei Produkten, die sich in der Anwendung zeigen lassen (Rezepte, Handwerksprojekte, Beauty-Anwendungen). Wichtig: Die ersten drei Sekunden müssen die Kernbotschaft vermitteln, da Nutzer weiterscrollen, wenn das Video nicht sofort fesselt. Untertitel oder Texteinblendungen verbessern die Verständlichkeit, da der Ton standardmäßig ausgeschaltet ist. Video-Pins stehen auch für das Carousel-Format zur Verfügung.
Carousel-Pins. Anzeigen mit zwei bis fünf Bildern oder Videos, die Nutzer horizontal durchblättern können. Carousel-Pins eignen sich besonders, um mehrere Produkte oder Produktvarianten zu zeigen, eine Schritt-für-Schritt-Anleitung darzustellen oder Vorher-Nachher-Vergleiche zu präsentieren. Jede Karte kann einen eigenen Link erhalten, sodass verschiedene Produkte direkt verlinkt werden können. Die Conversion-Rate von Carousel-Pins liegt im Durchschnitt 20 bis 30 Prozent über der von Standard-Pins.
Shopping-Pins. Produktanzeigen, die direkt aus dem Pinterest-Produktkatalog gespeist werden. Sie enthalten Preis, Verfügbarkeit und einen direkten Link zum Produkt im Onlineshop. Shopping-Pins sind die effektivste Formatvariante für den Direktvertrieb, da sie die geringste Reibung zwischen Anzeige und Kauf bieten. Voraussetzung ist ein eingereichter Produktkatalog im Pinterest-Tag-Format oder über eine Integration mit Shopify, WooCommerce oder Magento.
Idea-Pins. Ein mehrseitiges Format, das Bilder, Kurzvideos und Text kombinieren kann – ähnlich den Stories auf Instagram, aber dauerhaft sichtbar. Idea-Pins sind das neueste Format von Pinterest und eignen sich hervorragend für Tutorials, Rezepte, Inspirationen und Anleitungen. Sie bleiben anders als Stories dauerhaft im Feed sichtbar und können über die Suchfunktion gefunden werden. Idea-Pins haben eine eigene Sektion auf Pinterest und werden von der Plattform besonders häufig in den Suchergebnissen priorisiert.
Faustregel: Starten Sie mit Standard-Pins, um erste Daten zu sammeln, und erweitern Sie auf Video- und Carousel-Pins, sobald ein funktionierendes Creative identifiziert ist.
Targeting-Optionen auf Pinterest
Pinterest bietet eine Reihe von Targeting-Möglichkeiten, die je nach Kampagnenziel und Budget kombiniert werden können:
Keyword-Targeting. Die Anzeige erscheint bei Suchanfragen, die bestimmte Keywords enthalten. Pinterest empfiehlt 10 bis 30 Keywords pro Anzeigengruppe. Die Keywords sollten der Nutzerintention entsprechen: Statt „Schuhe" besser „bequeme Wanderschuhe Herren kaufen". Pinterest unterscheidet zwischen „erweitertem" und „genauem" Match – der erweiterte Match schließt Synonyme und verwandte Begriffe ein und ist für die meisten Kampagnen die bessere Wahl.
Interessen-Targeting. Pinterest kategorisiert Nutzer in vordefinierte Interessensgruppen („Wohnungseinrichtung", „Hochzeitsplanung", „Gartenarbeit"). Die Anzeige wird an Nutzer ausgespielt, die der Plattform zufolge diese Interessen haben. Dieses Targeting ist breiter als Keyword-Targeting und eignet sich für Markenbekanntheit.
Actalike-Targeting – Lookalike Audiences. Pinterest erstellt auf Basis einer bestehenden Kundensegmentierung (E-Mail-Liste, Website-Besucher) eine ähnliche Zielgruppe. Die Lookalike-Audience kann auf 1 bis 10 Prozent der Gesamtnutzerbasis skaliert werden. Je kleiner der Prozentsatz, desto ähnlicher ist die Zielgruppe der ursprünglichen Segmentierung. Für die meisten Kampagnen ist 3 bis 5 Prozent der optimale Kompromiss zwischen Reichweite und Ähnlichkeit.
Remarketing. Die Wiederansprache von Nutzern, die bereits mit der Website oder mit Pinterest-Inhalten interagiert haben. Pinterest unterscheidet zwischen Website-Visitoren (Besucher bestimmter Seiten), Engagern (Nutzer, die mit Pins interagiert haben) und Video-Viewern (Nutzer, die ein Video angesehen haben). Remarketing auf Pinterest hat eine besonders hohe Effektivität, weil die erneute Sichtbarkeit eines Produkts in der Suchumgebung die Kaufabsicht reaktiviert. Wie der Aufbau von Remarketing-Listen auf anderen Plattformen funktioniert, zeigt der Artikel Retargeting.
Demografisches Targeting. Filterung nach Alter, Geschlecht, Standort (Land, Region, Postleitzahl) und Sprache. Pinterest hat einen überdurchschnittlich hohen Anteil weiblicher Nutzer (rund 60 Prozent), was bei bestimmten Produkten relevant sein kann. Die Standortfilterung ermöglicht sehr granular Zielgruppen auf Stadt- oder PLZ-Ebene.
Tipp: Kombinieren Sie Keyword- und Interessen-Targeting in einer Kampagne. Das Keyword-Targeting fängt die aktive Suchintention ein, während das Interessen-Targeting Nutzer erreicht, die noch nicht aktiv suchen, aber ein relevantes Interesse haben.
Kampagneneinrichtung Schritt für Schritt
Die Einrichtung einer Pinterest-Ads-Kampagne folgt einer klaren Struktur. So gehen Sie vor:
Schritt 1: Pinterest Business Account einrichten. Falls noch nicht vorhanden, wird ein Business Account unter business.pinterest.com erstellt. Der Account ist kostenlos und bietet Zugriff auf den Ads Manager. Das Pinterest-Tag (Conversion-Tracking-Pixel) wird auf der eigenen Website installiert – entweder direkt oder über den Google Tag Manager.
Schritt 2: Produktkatalog hochladen (optional). Für Shopping-Pins wird ein Produktkatalog benötigt. Pinterest akzeptiert Dateien im CSV-, XML- oder API-Format. Der Katalog sollte regelmäßig aktualisiert werden, damit Preise und Verfügbarkeit korrekt bleiben.
Schritt 3: Kampagne anlegen. Im Ads Manager wird eine neue Kampagne erstellt. Pinterest unterscheidet drei Kampagnenziele: Markenbekanntheit (Reichweite), Engagement (Saves, Klicks) oder Traffic/Conversions (Website-Besuche, Käufe). Das Ziel bestimmt die Optimierungsstrategie der Plattform.
Schritt 4: Anzeigengruppe konfigurieren. Innerhalb der Kampagne wird die Anzeigengruppe definiert: Targeting (Keywords, Interessen, Demografie), Budget (Tagesbudget oder Laufzeitbudget), Gebotsstrategie (CPC oder CPM) und Zeitplan. Pinterest empfiehlt ein Mindestbudget von 10 Euro pro Tag, um ausreichend Daten für die Optimierung zu sammeln.
Schritt 5: Creatives erstellen und hochladen. Pro Anzeigengruppe sollten drei bis fünf verschiedene Creatives eingereicht werden, damit Pinterest die performance Variation automatisch priorisieren kann. Die Creatives müssen den Pinterest-Richtlinien entsprechen: Keine Texte auf mehr als 20 Prozent der Bildfläche, keine irreführenden Behauptungen, keine Bilder mit geringer Auflösung.
Schritt 6: Kampagne starten und überwachen. Nach dem Start wird die Kampagne in den ersten 48 Stunden nicht optimiert – Pinterest sammelt zunächst Daten. Nach dieser Lernphase können Gebote, Targeting und Creatives angepasst werden. Wichtige Kennzahlen sind CTR, CPC, CPM, Conversion-Rate und ROAS, wie Marketing-KPIs richtig setzen im Überblick zeigt.
Creative-Best-Practices für jedes Format
Jedes Pinterest-Format erfordert eine spezifische Creative-Strategie, um das volle Potenzial auszuschöpfen:
Best Practices für Standard-Pins. Verwenden Sie Hochformate (2:3 oder 1:2,1), die im vertikalen Feed optimal wirken. Platzieren Sie das Hauptmotiv zentral und verzichten Sie auf zu viele Details, die im kleinen Vorschaubild untergehen. Integrieren Sie Text sparsam – maximal 20 Prozent der Bildfläche. Helle, kontrastreiche Farben erzielen höhere Klickraten als gedeckte Töne. Zeigen Sie das Produkt in einem Nutzungskontext, nicht isoliert vor weißem Hintergrund.
Best Practices für Video-Pins. Die ersten drei Sekunden müssen die Aufmerksamkeit fesseln – starten Sie mit einer Bewegung oder einem überraschenden Element. Halten Sie Videos kurz: 6 bis 15 Sekunden sind optimal. Zeigen Sie den Nutzen des Produkts, nicht nur das Produkt selbst: Ein Video, das zeigt, wie ein Möbelstück im Raum wirkt, performt besser als eine reine Produktaufnahme. Bauen Sie Text Overlays ein, da 85 Prozent der Pinterest-Nutzer Videos ohne Ton ansehen. Schließen Sie mit einem klaren Call-to-Action ab, der zur Landingpage führt.
Best Practices für Carousel-Pins. Beginnen Sie mit einem einladenden ersten Bild, das zum Durchblättern animiert. Nutzen Sie den Carousel-Vorteil systematisch: Erstes Bild = Produktübersicht, zweites Bild = Detailansicht, drittes Bild = Nutzungskontext, viertes Bild = Kundenbewertung oder Ergebnis. Jede Karte sollte für sich allein stehen können, da Nutzer nicht alle Karten durchblättern. Verlinken Sie jede Karte auf die relevanteste Unterseite.
Best Practices für Shopping-Pins. Achten Sie auf konsistente, hochwertige Produktbilder im Katalog. Der Produkttitel sollte die wichtigsten Suchbegriffe enthalten. Halten Sie die Preise aktuell – veraltete Preise führen zu Abbrüchen auf der Landingpage. Nutzen Sie Pinterest Analytics, um die besten Produkte zu identifizieren und diesen mehr Budget zu geben. Produkte mit mindestens 10 Saves (organische Merker) sind für Shopping-Anzeigen besonders geeignet.
Best Practices für Idea-Pins. Strukturieren Sie die Inhalte wie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit 5 bis 10 Seiten. Kombinieren Sie Bilder und Kurzvideos (maximal 60 Sekunden pro Seite). Schreiben Sie kurze, aussagekräftige Texte zu jeder Seite. Nutzen Sie den Idea-Pin, um einen Prozess zu erklären, nicht nur um ein Produkt zu zeigen.
Targeting und Zielgruppen
Pinterest bietet mehrere Targeting-Optionen, die im Ads Manager kombiniert werden können:
Targeting-Art
Beschreibung
Keyword-Targeting
Anzeige erscheint bei Suchen nach bestimmten Begriffen wie „Badezimmer renovieren" oder „Hochzeitsplanung"
Interessen-Targeting
Ausspielung an Nutzer mit bestimmten Interessenskategorien
Lookalike-Targeting
Ähnliche Nutzer zu einer bestehenden Kundensegmentierung
Remarketing
Wiederansprache von Nutzern, die bereits auf der Website waren oder mit Pins interagiert haben
Demografisches Targeting
Filterung nach Alter, Geschlecht, Standort und Sprache
Faustregel: Keyword-Targeting liefert auf Pinterest die höchste Kaufabsicht, weil es direkt an der Suchintention ansetzt.
Kostenstruktur und Vergleich
Die Kosten für Pinterest Ads bewegen sich auf einem Niveau, das für die meisten Unternehmen erschwinglich ist, insbesondere im Vergleich zu LinkedIn oder Google in stark umkämpften Branchen.
Kanal
Typischer CPC
Typischer CPL
Wettbewerb
Pinterest
0,50 – 2,50 Euro
10 – 50 Euro
Gering bis mittel
Meta (Instagram + Facebook)
0,50 – 2 Euro
15 – 60 Euro
Sehr hoch
Google (Search)
1 – 5 Euro
20 – 100 Euro
Sehr hoch
LinkedIn
3 – 10 Euro
50 – 150 Euro
Mittel
Die niedrigeren Kosten auf Pinterest resultieren aus dem geringeren Wettbewerb: Viele Werbetreibende konzentrieren sich auf Google und Meta, während Pinterest noch als Nischenplattform wahrgenommen wird. Eine Einordnung anderer Nischenplattformen bietet Nischen-Werbeplattformen.
Für wen sich Pinterest Ads lohnen
Pinterest eignet sich besonders für Angebote mit hohem visuellen Anteil, bei denen Nutzer vor dem Kauf inspirieren oder vergleichen. Typische Kategorien sind Einrichtung, Mode, Beauty, Hochzeit, Reisen, Food, Handwerk und DIY – aber auch B2B-Angebote mit visuellen Ergebnissen (Architektur, Innenausbau, Veranstaltungsplanung) finden auf Pinterest eine relevante Zielgruppe.
Weniger geeignet ist Pinterest für:
Abstrakte Dienstleistungen ohne visuelles Ergebnis
Angebote mit sehr kurzer Entscheidungszeit („Sofort kaufen")
B2B-Angebote ohne sichtbares Endprodukt
Regionale Dienstleistungen mit lokal begrenzter Zielgruppe
Die Besonderheit: Pins leben länger als Posts
Ein wesentlicher Unterschied zu anderen Plattformen: Ein Pinterest-Pin bleibt über Wochen und Monate sichtbar und wird weiter ausgespielt, wenn Nutzer danach suchen. Wo ein Facebook-Post nach 24 Stunden kaum noch Reichweite hat, kann ein Pin auf Pinterest noch Monate nach der Erstellung Klicks und Conversions liefern. Das macht Pinterest zu einer der effizientesten Plattformen für langlebige Inhalte.
Retargeting auf Pinterest: Besucher zurückholen
Remarketing auf Pinterest bietet eine besonders hohe Effektivität, weil Nutzer in einer aktiven Suchumgebung erneut auf ein Produkt stoßen. Die wichtigsten Retargeting-Strategien:
Website-Remarketing. Nutzer, die bestimmte Seiten der Website besucht haben, sehen passende Pins im Feed. Pinterest speichert die Website-Besucher über das Pinterest-Tag für bis zu 30 Tage. Die optimale Strategie: Produktseiten-Besucher erhalten direkt das beworbene Produkt als Pin, während Blog-Besucher verwandte Inhalte oder ein Einstiegsprodukt sehen.
Engagement-Remarketing. Nutzer, die bereits mit Pins interagiert haben (gespeichert, geklickt, kommentiert), werden erneut angesprochen. Diese Zielgruppe hat die höchste Kaufabsicht, da sie das Produkt bereits kennt und sich aktiv damit beschäftigt hat. Die Conversion-Rate liegt hier typischerweise 2- bis 3-mal höher als bei Kaltakquise.
Video-Remarketing. Nutzer, die ein Video-Pin zu 50 oder 75 Prozent angesehen haben, werden mit einer Folgeanzeige angesprochen. Diese Strategie eignet sich besonders für komplexere Produkte, die eine längere Entscheidungsphase erfordern.
Gebotsanpassungen für Retargeting. Pinterest erlaubt Gebotsanpassungen für Remarketing-Listen. Ein Gebotsaufschlag von 20 bis 40 Prozent für Engagement-Remarketing lohnt sich, da die höhere Conversion-Wahrscheinlichkeit den höheren CPC mehr als ausgleicht. Wie Retargeting auf anderen Plattformen optimiert wird, zeigt Retargeting.
Pinterest Analytics: Daten lesen und Kampagnen optimieren
Die datengestützte Optimierung von Pinterest-Kampagnen erfordert die regelmäßige Auswertung der richtigen Kennzahlen. Pinterest Analytics bietet folgende relevante Berichte:
Der Pin-Bericht. Zeigt für jeden Pin Impressionen, Klicks, Saves (Lesezeichen) und ausgehende Klicks. Die Save-Rate ist eine Pinterest-spezifische Kennzahl, die das Interesse der Nutzer misst: Ein hoher Save-Wert bei niedriger CTR deutet darauf hin, dass der Pin inspirierend ist, aber der Call-to-Action nicht klar genug.
Der Zielgruppenbericht. Zeigt demografische Daten der erreichten Nutzer: Alter, Geschlecht, Standort, Interessen und Geräte. Dieser Bericht hilft dabei, das Targeting anzupassen, wenn die tatsächliche Zielgruppe von der geplanten abweicht.
Der Conversion-Bericht. Zeigt die tatsächlichen Conversions, die über das Pinterest-Tag gemessen wurden: Käufe, Anmeldungen, Warenkorbabbrüche. Der Bericht erlaubt die Zuordnung von Conversions zu einzelnen Kampagnen und Anzeigengruppen.
Optimierungsansätze auf Basis der Daten:
Pins mit hoher CTR, aber niedriger Conversion-Rate: Die Landingpage passt nicht zum Pin. Landingpage überarbeiten oder Pin anpassen.
Pins mit hoher Save-Rate, aber niedriger CTR: Der Pin inspiriert, aber der Call-to-Action fehlt. Deutlichere Handlungsaufforderung einbauen.
Pins mit niedriger Impressionszahl: Das Keyword- oder Interessen-Targeting ist zu eng. Targeting erweitern oder Gebot erhöhen.
Hohe Conversion-Rate bei niedriger CTR: Der Pin erreicht die richtige Zielgruppe, aber die Creatives sind nicht optimal. Mit neuen Bildvarianten testen.
Die Erfolgsmessung auf Pinterest folgt denselben Regeln wie auf anderen Plattformen – nicht die Anzahl der Saves oder Klicks entscheidet, sondern der Preis pro Abschluss im Verhältnis zum Kundenwert, wie Marketing-KPIs richtig setzen übergreifend beschreibt. Wer Pinterest-Ads betreibt, sollte die Ergebnisse daher immer im Gesamtkontext aller Kanäle bewerten, statt die Plattform isoliert zu betrachten.
Eine automatisierte Steuerung, die Budgets plattformübergreifend dorthin verschiebt, wo sie den höchsten ROAS erzielen – ob Pinterest, Google oder Meta – ist genau das, was Systeme wie LeadRaum ermöglichen, ohne dass jedes Konto manuell optimiert werden muss.
Budgetplanung für Pinterest-Kampagnen
Die richtige Budgetplanung entscheidet maßgeblich über den Erfolg von Pinterest-Kampagnen. Anders als auf Meta oder Google benötigt Pinterest mehr Zeit, um ausreichend Daten für die automatische Optimierung zu sammeln.
Mindestbudget für aussagefähige Ergebnisse. Pinterest empfiehlt ein Tagesbudget von mindestens 10 Euro pro Anzeigengruppe. Für eine Kampagne mit zwei Anzeigengruppen sind das 20 Euro pro Tag oder 600 Euro pro Monat. Bei geringeren Budgets dauert die Lernphase der Plattform unverhältnismäßig lange, und die Ergebnisse sind statistisch nicht belastbar.
Budgetverteilung über Kampagnenziele. Eine bewährte Aufteilung: 50 Prozent des Budgets für Conversion-Kampagnen (Shopping-Pins und Website-Conversions), 30 Prozent für Traffic-Kampagnen (Klicks auf die Website) und 20 Prozent für Testbudgets, um neue Keywords, Interessen und Creatives zu validieren.
Saisonale Budgetanpassung. Pinterest-Nutzer planen saisonale Aktivitäten deutlich im Voraus. Hochzeitsinhalte werden ab Januar gesucht, Garteninhalte ab Februar, Weihnachtsinhalte ab September. Wer sein Budget saisonal antizipiert, statt zu reagieren, erzielt deutlich niedrigere CPCs. Die Erstellung eines saisonalen Marketingplans wird in Marketingplan für 90 Tage detailliert beschrieben.
Skalierung von Pinterest-Kampagnen. Eine erfolgreiche Pinterest-Kampagne kann schrittweise skaliert werden: Nach zwei Wochen stabiler Leistung das Budget um 20 Prozent erhöhen. Nach weiteren zwei Wochen erneut um 20 Prozent. Abrupte Budgeterhöhungen führen zu CPC-Spitzen und niedrigeren Conversion-Raten, weil Pinterest die Zielgruppe neu explorieren muss.
Pinterest im Omnichannel-Mix
Pinterest entfaltet sein volles Potenzial, wenn es nicht isoliert, sondern als Teil eines Omnichannel-Ansatzes betrieben wird. Die Plattform übernimmt dabei eine spezifische Rolle in der Customer Journey:
Inspirationsphase. Pinterest ist der ideale Kanal für die erste Phase der Customer Journey: Nutzer suchen nach Ideen, vergleichen Optionen und sammeln Inspiration. In dieser Phase geht es nicht um den direkten Verkauf, sondern um Sichtbarkeit und Saves, die später in Käufe umgewandelt werden.
Remarketing-Brücke. Nach der ersten Pinterest-Interaktion können Nutzer über andere Kanäle erneut angesprochen werden: Meta Ads für Nutzer, die Pins gespeichert haben, Google Search Ads für Nutzer, die nach spezifischen Produkten suchen, oder E-Mail-Marketing für Nutzer, die sich auf der Landingpage angemeldet haben.
Cross-Plattform-Datenabgleich. Pinterest-Analytics-Daten geben Aufschluss darüber, welche Produkte und Themen die höchste Kaufabsicht signalisieren. Diese Erkenntnisse können in die Optimierung anderer Kanäle einfließen: Ein Pin mit hoher Save-Rate weist auf ein Produkt hin, das auch auf Google oder Meta beworben werden sollte.
Die Erfolgsmessung auf Pinterest folgt denselben Regeln wie auf anderen Plattformen – nicht die Anzahl der Saves oder Klicks entscheidet, sondern der Preis pro Abschluss im Verhältnis zum Kundenwert, wie Marketing-KPIs richtig setzen übergreifend beschreibt. Wer Pinterest-Ads betreibt, sollte die Ergebnisse daher immer im Gesamtkontext aller Kanäle bewerten, statt die Plattform isoliert zu betrachten.
Pinterest Ads und Mobile First: Optimierung für mobile Nutzer
Über 85 Prozent der Pinterest-Nutzung findet auf mobilen Geräten statt. Diese mobile Dominanz hat direkte Auswirkungen auf die Gestaltung und Optimierung von Pinterest-Kampagnen:
Mobile-optimierte Creatives. Da der Großteil der Nutzer auf dem Smartphone scrollt, müssen Bilder bereits in der kleinen Vorschauansicht (etwa 200 Pixel breit) erkennbar sein. Große Textmengen sind auf dem kleinen Bildschirm nicht lesbar – maximal 20 Prozent der Bildfläche sollten Text enthalten, und dieser Text muss auch auf dem Smartphone lesbar sein. Helle, kontrastreiche Farben wirken auf mobilen Displays besser als Pastelltöne.
Mobile Landingpages. Der Klick aus einem Pin führt auf die Landingpage. Wenn diese nicht mobil optimiert ist, steigt die Absprungrate dramatisch. Die Ladezeit der mobilen Seite sollte unter 2,5 Sekunden liegen, da Pinterest-Nutzer ungeduldiger sind als Nutzer auf Desktop-Plattformen. Die Optimierung der Ladezeit für bessere Conversions ist daher eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg von Pinterest-Kampagnen.
Mobile Checkout. Je einfacher der Kaufprozess auf dem Smartphone, desto höher die Conversion-Rate von Pinterest. Ein optimierter Mobile Checkout mit wenigen Schritten reduziert die Abbruchrate um bis zu 30 Prozent. Die Optimierung von Formularen auf mobilen Geräten ist daher ein entscheidender Erfolgsfaktor.
Saisonale Pinterest-Strategie: Timing für maximale Wirkung
Pinterest ist stärker saisonal geprägt als jede andere Werbeplattform. Nutzer planen auf Pinterest Wochen und Monate im Voraus – wer dieses Timing versteht, kann die CPCs senken und die Conversion-Raten steigern.
Der Pinterest-Kalender: Wann welche Themen boomen. Die Saisonabhängigkeit ist auf Pinterest extrem ausgeprägt. Hochzeitsinhalte werden ab Januar gesucht – nicht im Juni, wenn die Hochzeitssaison beginnt. Garteninhalte erreichen ihren Peak im Februar und März. Weihnachtsinhalte starten im September und erreichen den Höhepunkt im Oktober. Der Artikel Marketingplan für 90 Tage zeigt, wie Sie diese Saisonalität in einen strukturierten Plan übersetzen.
Thema
Idealer Start der Kampagne
Peak
Dauer der hohen Nachfrage
Hochzeit
Januar
Februar–März
5 Monate
Garten/DIY
Februar
März–April
4 Monate
Back to School
Juli
August
2 Monate
Weihnachten
September
Oktober–November
4 Monate
Fitness/Neujahr
Dezember
Januar
2 Monate
Reisen (Sommer)
März
April–Mai
4 Monate
Budgets saisonal verteilen. Wer die Budgets gleichmäßig über das Jahr verteilt, verschwendet Geld in nachfrageschwachen Zeiten und verpasst Chancen in Hochphasen. Die Faustregel: 60 Prozent des Jahresbudgets in die vier Monate mit der höchsten Nachfrage investieren, 25 Prozent in die Nebensaison und 15 Prozent für Tests und neue Creatives reservieren.
Content-Produktion vorziehen. Pinterest belohnt Creator, die frühzeitig Inhalte zu saisonalen Themen veröffentlichen. Ein Pin zum Thema „Weihnachtsgeschenke für Männer", der im September veröffentlicht wird, hat mehr Zeit, von Pinterest indexiert zu werden, und erscheint häufiger in den Suchergebnissen als ein Pin, der erst im Dezember erstellt wird. Planen Sie die Content-Produktion daher mindestens sechs bis acht Wochen vor dem Saisonstart.
Saisonale Creatives testen. Nicht jedes saisonale Thema passt zu jeder Marke. Testen Sie im Vorjahr, welche saisonalen Themen bei Ihrer Zielgruppe funktionieren, und skalieren Sie die erfolgreichen Ansätze im Folgejahr. Ein Einrichtungsunternehmen könnte testen: „Frühlingsdekoration", „Herbstliche Wohnzimmer-Ideen" und „Winterliche Schlafzimmer-Gestaltung". Die Ergebnisse zeigen, welche Saison sich für das eigene Angebot am meisten lohnt.
Tipp: Nutzen Sie Pinterest Trends (trends.pinterest.com), um frühzeitig zu erkennen, welche Suchbegriffe anziehen. Wenn ein Trendbegriff im Mai erstmals auftaucht, sollten Sie bis Juli Content produziert haben – nicht erst im August reagieren.
Fazit: Pinterest ist der unterschätzte Kanal für kaufbereite Zielgruppen
Pinterest wird im Performance-Marketing systematisch unterschätzt, obwohl die Plattform eine der kaufbereitesten Zielgruppen bietet. Die geringeren CPCs, die langlebigen Pins und die aktive Suchintention machen Pinterest zu einer effizienten Ergänzung zu Meta und Google. Wer die Formate richtig einsetzt, das Targeting auf die Suchintention ausrichtet und mobile Nutzer priorisiert, erzielt auf Pinterest häufig bessere ROAS-Werte als auf den großen Plattformen – bei gleichzeitig geringerem Wettbewerb und niedrigeren Kosten.
Bereit für 37%mehrConversions?
LeadRaum erzielt mit automatisierter Werbeschaltung im Schnitt 37 % mehr Conversions als bei durchschnittlichen Agenturleistungen.
Pinterest Ads sind Werbeanzeigen, die im visuellen Entdeckungsfeed der Plattform erscheinen. Sie unterscheiden sich optisch kaum von organischen Pins, sind aber als Werbung gekennzeichnet und bieten erweiterte Targeting-Optionen.
Der CPC liegt typischerweise zwischen 0,50 und 2,50 Euro, der CPL zwischen 10 und 50 Euro. Die Kosten sind damit vergleichbar mit Meta Ads und deutlich niedriger als LinkedIn Ads.
Für Unternehmen mit visuell ansprechenden Produkten oder Dienstleistungen – etwa Einrichtung, Mode, Beauty, Reisen, Handwerk oder Architektur. Abstrakte Dienstleistungen ohne visuelles Ergebnis sind weniger geeignet.
Pinterest ist eine visuelle Suchmaschine, kein Unterhaltungsmedium. Nutzer kommen mit konkreter Absicht und suchen aktiv nach Ideen, während sie auf Instagram und TikTok primär konsumieren.
Deutlich länger als Beiträge auf anderen Plattformen. Ein Pin bleibt über Wochen und Monate sichtbar und wird weiter ausgespielt, solange Nutzer nach relevanten Begriffen suchen. Das macht Pinterest effizient für langlebige Inhalte.