GA4 zählt standardmäßig Seitenaufrufe, Scrolls und Klicks. Für Unternehmen, die Anfragen gewinnen wollen, zählen andere Ereignisse, und die müssen Sie selbst festlegen.
Fachbeitrag von LeadRaum Redaktion
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Kurz beantwortet: In GA4 zählen für Unternehmen, die Anfragen gewinnen wollen, nicht Seitenaufrufe, sondern wenige konkrete Ereignisse: abgeschickte Formulare, Klicks auf die Telefonnummer, gebuchte Termine und, über einen Import aus dem CRM, qualifizierte Anfragen und Abschlüsse. Diese Ereignisse legen Sie selbst fest und markieren die wichtigsten als Schlüsselereignisse. Ohne diesen Schritt misst GA4 vor allem Verkehr, und Werbekampagnen optimieren auf das Falsche.
Google Analytics 4, kurz GA4, ist seit dem Ende von Universal Analytics das Standardwerkzeug für Webanalyse. Die alte Version hat im Juli 2023 die Datenerfassung eingestellt, seit Juli 2024 sind auch die alten Daten nicht mehr abrufbar. Die Frage ist deshalb nicht mehr, ob ein Unternehmen GA4 nutzt, sondern ob es damit die richtigen Dinge misst.
Für Dienstleister, Handwerksbetriebe und B2B-Unternehmen ist das Ziel der Website selten ein Kauf im Shop. Es ist eine Anfrage, ein Anruf oder ein Termin. Genau darauf ist GA4 in der Standardeinstellung nicht ausgerichtet. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie GA4 so einrichten, dass es Anfragen misst und Ihre Werbekampagnen mit den richtigen Signalen versorgt.
GA4 erfasst jede Interaktion als einzelnes Ereignis: einen Seitenaufruf, einen Scroll, einen Klick, ein abgeschicktes Formular. Diese Ereignisse werden Nutzern zugeordnet, nicht wie früher in Sitzungen gebündelt. Das macht die Messung flexibler, verlangt aber eine Entscheidung: Welche Ereignisse sind für Ihr Geschäft wichtig?
Einige Ereignisse erfasst GA4 automatisch über die sogenannte erweiterte Messung, etwa Seitenaufrufe, Scrolltiefe, Klicks auf externe Links und Dateidownloads. Für ein Unternehmen, das Anfragen gewinnen will, sind diese Standardereignisse vor allem Hintergrundrauschen. Das Ereignis, um das es eigentlich geht, die abgeschickte Anfrage, ist nicht dabei.
| Ebene | Beispiele | Aussagekraft für Anfragen |
|---|---|---|
| Automatische Ereignisse | page_view, scroll, click, file_download | Gering, zeigen Verhalten, nicht Erfolg |
| Eigene Ereignisse | lead_form_submitted, phone_click, booking_completed | Hoch, zeigen die gewünschte Handlung |
| Schlüsselereignisse | Die wichtigsten eigenen Ereignisse, markiert | Grundlage für Berichte und Kampagnensteuerung |
| Importierte Ereignisse | lead_qualified, deal_won aus dem CRM | Sehr hoch, zeigen echten Geschäftserfolg |
Für die meisten Unternehmen reichen fünf bis acht eigene Ereignisse. Mehr erzeugen eher Unübersichtlichkeit als Erkenntnis.
| Ereignis | Wann es ausgelöst wird | Sinnvolle Parameter |
|---|---|---|
| lead_form_submitted | Nach erfolgreichem Absenden eines Anfrageformulars | form_type, lead_value, page_path |
| phone_click | Klick auf eine Telefonnummer, vor allem mobil | click_location, page_path |
| booking_completed | Abgeschlossene Terminbuchung | booking_type |
| whatsapp_click | Klick auf einen WhatsApp-Link | click_location |
| download_lead_magnet | Download eines Leitfadens gegen E-Mail-Adresse | asset_name |
| lead_qualified | Import aus dem CRM, wenn die Anfrage passt | qualification_status |
| deal_won | Import aus dem CRM bei Auftrag | value, currency |
Wichtig ist der Zeitpunkt der Auslösung. Ein Formular-Ereignis sollte erst nach der erfolgreichen Übermittlung feuern, etwa beim Aufruf einer Danke-Seite oder nach der Bestätigung des Formulars, nicht schon beim Klick auf den Absenden-Button. Sonst zählt GA4 auch Versuche, die an einer Pflichtfeld-Prüfung gescheitert sind. Telefonanrufe lassen sich über Klicks nur annähernd erfassen. Wer genau wissen will, welcher Kanal Anrufe bringt, braucht Call-Tracking.
Ein Ereignis, das bei jedem Klick auf „Absenden“ feuert, misst Absicht. Ein Ereignis nach erfolgreicher Übermittlung misst Anfragen.
Nicht jedes Ereignis ist gleich wichtig. Die Ereignisse, die echten Geschäftserfolg darstellen, markieren Sie in GA4 als Schlüsselereignisse. Bis 2024 hieß diese Funktion Conversions. Google hat sie umbenannt, um sie von den Conversions in Google Ads zu unterscheiden, die für die Gebotssteuerung verwendet werden.
So gehen Sie vor:
Als Schlüsselereignisse eignen sich typischerweise das abgeschickte Anfrageformular, der gebuchte Termin und, sobald der Import läuft, die qualifizierte Anfrage. Ein Scroll bis zum Seitenende ist kein Schlüsselereignis, auch wenn er gut aussieht.
Der größte Fehler in der Messung von Anfragen liegt nicht in GA4 selbst, sondern in dem, was danach passiert. GA4 sieht, dass ein Formular abgeschickt wurde. Es sieht nicht, ob die Anfrage passte, ob ein Termin zustande kam und ob daraus ein Auftrag wurde. Ohne diese Information bewertet jede Auswertung zwei Kanäle gleich, wenn sie gleich viele Formulare bringen, auch wenn einer davon fast nur unpassende Anfragen liefert.
Die Lösung ist ein Rückfluss aus dem CRM. Wenn eine Anfrage im Vertrieb als qualifiziert oder als Auftrag markiert wird, geht diese Information als eigenes Ereignis zurück an GA4 und an die Werbeplattformen. Technisch läuft das über den Datenimport, das Measurement Protocol oder direkte Schnittstellen der Werbeplattformen. Voraussetzung ist eine Kennung, die Anfrage und Besuch miteinander verbindet. Die Grundlagen beschreibt der Beitrag zum Conversion-Tracking.
Erst mit diesem Rückfluss wird sichtbar, welcher Kanal Kunden bringt. Und erst dann können die Algorithmen von Google Ads oder Meta auf qualifizierte Anfragen optimieren statt auf möglichst viele Formulareinträge.
Für Unternehmen, die Google Ads nutzen, ist die Verknüpfung beider Systeme Pflicht. Unter „Verwaltung" und „Produktverknüpfungen" wird das Google-Ads-Konto verbunden. Danach lassen sich Schlüsselereignisse aus GA4 als Conversions in Google Ads importieren, und Zielgruppen aus GA4 stehen für Remarketing zur Verfügung.
Zwei Punkte verdienen Aufmerksamkeit:
GA4 speichert detaillierte Nutzer- und Ereignisdaten standardmäßig nur zwei Monate. Für Auswertungen über längere Zeiträume, etwa Vergleiche mit dem Vorjahr in Explorationen, ist das zu kurz. Unter „Verwaltung", „Datenerfassung und -änderung" und „Datenaufbewahrung" lässt sich der Zeitraum auf 14 Monate verlängern. Die Einstellung wirkt nur für die Zukunft, deshalb sollte sie direkt nach der Einrichtung erfolgen.
Mitarbeiter, die die eigene Website täglich aufrufen und Formulare testen, verfälschen die Zahlen. Über Datenfilter für internen Traffic lassen sich Zugriffe aus dem Firmennetz ausschließen. Testanfragen sollten zusätzlich im CRM markiert werden, damit sie nicht als echte Anfragen zählen.
In der EU darf GA4 personenbezogen nur mit Einwilligung messen. Der Consent Mode übermittelt den Einwilligungsstatus an Google, ohne Einwilligung werden nur eingeschränkte Signale gesendet. Für personalisierte Werbung in Google Ads ist der Consent Mode in der aktuellen Version Voraussetzung. Wie das umgesetzt wird, erklärt der Beitrag zum Google Consent Mode.
Ein Wort zu einer Kennzahl, die oft missverstanden wird. GA4 arbeitet mit dem Begriff der Sitzung mit Interaktion. Eine Sitzung gilt als engagiert, wenn sie länger als zehn Sekunden dauert, ein Schlüsselereignis enthält oder mindestens zwei Seitenaufrufe umfasst. Die Absprungrate gibt es in GA4 ebenfalls, sie ist aber anders definiert als früher: als Anteil der Sitzungen ohne Interaktion.
Für Anfrageseiten ist das ein Vorteil. Eine Landingpage, auf der jemand nach 40 Sekunden Lesen ein Formular abschickt, galt früher als Absprung, wenn er danach keine zweite Seite aufrief. In GA4 ist das eine engagierte Sitzung mit Schlüsselereignis. Vergleiche mit alten Werten aus Universal Analytics sind deshalb nicht aussagekräftig.
GA4 bietet viele Berichte. Für Unternehmen, die Anfragen gewinnen wollen, reichen drei für den Alltag:
Mehr als diese drei Berichte braucht die monatliche Steuerung selten. Welche Kennzahlen daneben wirklich zählen, zeigt der Beitrag zu den Marketing-KPIs.
Die Einrichtung der Ereignisse läuft in den meisten Fällen über den Google Tag Manager. Wie ein Container aufgebaut wird, der auch nach einem Jahr noch übersichtlich ist, zeigt der Beitrag Google Tag Manager einrichten.
Bei LeadRaum ist dieser Teil Bestandteil der Leistung: LeadRaum arbeitet mit serverseitigem Tracking, und Anfragen werden bis zum gemeldeten Abschluss verfolgt. Im Echtzeit-Dashboard sehen Sie Anfragen, Kosten pro Lead und die aus Ihrem CRM zurückgemeldeten Abschlüsse, ohne selbst Ereignisse, Schlüsselereignisse und Importe einrichten zu müssen.
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Google Analytics 4, die aktuelle Version von Googles Webanalyse. Sie erfasst Interaktionen als einzelne Ereignisse statt in Sitzungen und hat Universal Analytics abgelöst, das seit Juli 2023 keine Daten mehr erfasst.
Vor allem das erfolgreich abgeschickte Anfrageformular, Klicks auf Telefonnummer und WhatsApp, gebuchte Termine und, per Import aus dem CRM, qualifizierte Anfragen und Aufträge. Fünf bis acht eigene Ereignisse reichen den meisten Unternehmen.
Schlüsselereignisse sind in GA4 die als besonders wichtig markierten Ereignisse, bis 2024 hießen sie dort Conversions. Der Begriff Conversion bezeichnet heute die Ereignisse, die in Google Ads für Gebotssteuerung und Berichte verwendet werden.
Ja, Google hat sie 2022 wieder eingeführt. Sie ist aber anders definiert als in Universal Analytics: als Anteil der Sitzungen ohne Interaktion, also unter zehn Sekunden, ohne Schlüsselereignis und mit nur einem Seitenaufruf.
Detaillierte Nutzer- und Ereignisdaten standardmäßig zwei Monate, einstellbar auf 14 Monate in der kostenlosen Version. Die Umstellung wirkt nur für künftige Daten und sollte deshalb direkt nach der Einrichtung erfolgen.
Der Überblicksbeitrag zum Cluster: Welche Ereignisse gemessen werden sollten, wie Werte zugeordnet werden und warum die Rückführung von Abschlüssen der wichtigste Schritt ist.
Ein Container mit fünfzig Tags, von denen niemand mehr weiß, wozu sie da sind, ist keine Seltenheit. Wie ein Google-Tag-Manager-Setup aussieht, das auch nach einem Jahr noch nachvollziehbar ist.
Jedes Attributionsmodell ist eine Vereinfachung. Der Beitrag zeigt, welche Verzerrungen entstehen und welche Methoden verlässlicher sind als Modellvergleiche.