Wer in Google Ads nur ein Gebiet auswählt, erreicht standardmäßig auch Menschen, die sich bloß dafür interessieren. Wie Geotargeting richtig eingestellt wird.
Fachbeitrag von LeadRaum Redaktion
Die LeadRaum Redaktion bündelt Erfahrung aus über einem Jahrzehnt Performance Marketing, Kampagnensteuerung und Vertriebsprozessen. Alle Beiträge werden vor Veröffentlichung fachlich geprüft und regelmäßig aktualisiert.
Kurz beantwortet: Geotargeting in Google Ads bringt oft Klicks aus ganz Deutschland, weil die Standardeinstellung neben Menschen im gewählten Gebiet auch solche erreicht, die nur Interesse an diesem Gebiet zeigen. Wer „Elektriker Stuttgart“ in Hamburg sucht, sieht dann Ihre Anzeige. Für lokale Betriebe gehört die Standortoption deshalb auf „Präsenz“. Geotargeting selbst bezeichnet allgemein die Ausspielung von Werbung nach dem Standort des Nutzers, etwa nach Land, Region, Postleitzahl oder Radius um eine Adresse.
Ein Dachdecker aus Ludwigsburg schaltet Google-Anzeigen auf „Dachsanierung“ und wählt als Gebiet den Landkreis. Nach vier Wochen ruft ein Interessent aus Bremen an, ein zweiter aus München. Beide hatten nach „Dachsanierung Ludwigsburg“ gesucht, weil die Eltern dort wohnen, und beide sind keine Kunden, die der Betrieb bedienen will. Die Anzeigen haben genau das getan, was eingestellt war. Das Problem steckt in einer einzigen Option, die bei Google Ads in den erweiterten Einstellungen liegt.
Geotargeting ist die Ausspielung von Werbung oder Inhalten abhängig vom Standort eines Nutzers. Eine Anzeige erscheint dann nur bei Menschen in einem bestimmten Land, einer Region, einer Stadt, einem Postleitzahlengebiet oder in einem Radius um eine Adresse. Werbeplattformen ermitteln den Standort aus mehreren Quellen: GPS-Daten des Smartphones, WLAN-Netzen in der Nähe, der IP-Adresse und Angaben im Nutzerkonto, etwa dem Wohnort.
Verwandte Begriffe werden oft durcheinander verwendet:
| Begriff | Bedeutung | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Geotargeting | Ausspielung nach Standort des Nutzers | Anzeigen nur im Einzugsgebiet |
| Radius-Targeting | Geotargeting mit Kreis um eine Adresse | Handwerksbetrieb, Praxis, Filiale |
| Geofencing | Sehr kleiner Bereich, oft nur einige Hundert Meter | Anzeige für Besucher einer Messe oder eines Einkaufszentrums |
| Geo-Conquesting | Geofencing um Standorte von Wettbewerbern | Anzeigen bei Kunden in der Nähe der Konkurrenz |
| Local SEO | Sichtbarkeit in der unbezahlten lokalen Suche | Google-Unternehmensprofil, Kartenergebnisse |
Für die meisten lokalen Unternehmen sind Radius- und Postleitzahlen-Targeting die wichtigsten Werkzeuge. Geofencing und Geo-Conquesting klingen interessant, erreichen aber oft so wenige Menschen, dass die Kampagnen kaum Daten sammeln.
Google Ads erlaubt es, Länder, Bundesländer, Städte, Postleitzahlen und Radien um eine Adresse auszuwählen und einzelne Gebiete auszuschließen. Entscheidend ist aber die Standortoption, die festlegt, wen Google zu einem Gebiet zählt.
| Option | Wer die Anzeige sieht | Geeignet für |
|---|---|---|
| Präsenz oder Interesse (Standard) | Menschen im Gebiet, regelmäßig im Gebiet oder mit Interesse am Gebiet | Tourismus, Hotels, Umzugsunternehmen |
| Präsenz | Menschen, die sich im Gebiet befinden oder regelmäßig dort aufhalten | Handwerk, Praxen, Kanzleien, lokale Dienstleister |
Die Standardeinstellung „Präsenz oder Interesse“ ist für ein Hotel am Bodensee sinnvoll, denn dessen Kunden suchen aus dem ganzen Land. Für einen Handwerksbetrieb führt sie dazu, dass ein Teil des Budgets auf Menschen entfällt, die nie Kunde werden können. Wie groß dieser Anteil ist, zeigt der Bericht „Standorte“ in Google Ads unter „Wo sich Ihre Nutzer befanden“. Liegt dort ein nennenswerter Anteil der Klicks außerhalb Ihres Gebiets, ist das ein klares Signal.
Bei den Kampagnentypen gibt es Unterschiede. Suchkampagnen lassen sich sehr genau steuern. Performance Max nutzt das gewählte Gebiet ebenfalls, spielt aber über viele Kanäle aus, und die Auswertung nach Standort ist weniger detailliert. Einen Überblick über die Kampagnenarten und ihre Stärken gibt der Beitrag zu den Google-Ads-Kampagnentypen.
Im Meta-Werbeanzeigenmanager wird der Standort auf Ebene der Anzeigengruppe eingestellt. Möglich sind Länder, Regionen, Städte mit Radius, Postleitzahlen und Pins auf der Karte mit eigenem Radius. Ausschlüsse funktionieren ebenso.
Meta unterscheidet bei der Standortauswahl nicht so ausdrücklich wie Google zwischen Präsenz und Interesse, wertet aber vor allem den aktuellen Aufenthaltsort und den angegebenen Wohnort aus. In der Praxis hat ein anderer Punkt mehr Gewicht: die Größe der Zielgruppe. Ein Radius von 3 km um einen kleinen Ort ergibt oft nur wenige Tausend Menschen. Die Anzeige läuft dann sehr häufig bei denselben Personen, die Frequenz steigt, die Kosten pro Ergebnis ebenfalls. Für lokale Kampagnen hat sich bewährt, das Gebiet eher großzügiger zu wählen und die Eingrenzung über das Formular zu erledigen, indem dort Postleitzahl oder Ort abgefragt wird. Wie Sie die übrigen Zielgruppenmerkmale sinnvoll setzen, zeigt der Beitrag zu Meta-Ads-Zielgruppen.
Tragen Sie die Adressen Ihrer Kunden der letzten zwei Jahre auf einer Karte ein. Häufig zeigt sich, dass Kunden entlang von Hauptstraßen und in bestimmten Orten gehäuft sitzen, während andere Orte trotz gleicher Entfernung kaum vorkommen. Diese Verteilung ist eine bessere Grundlage als jeder Kreis.
Nicht jede Leistung lohnt dieselbe Anfahrt. Eine Reparatur für 300 € rechnet sich vielleicht nur bis 15 km, eine Komplettsanierung für 40.000 € auch bei 60 km. Getrennte Kampagnen je Leistung mit eigenem Radius bilden diesen Unterschied ab.
Ein Radius von 30 km schließt manchmal Orte ein, die Sie nicht bedienen wollen, etwa jenseits eines Flusses ohne Brücke in der Nähe oder in einem Ballungsraum mit dauerhaftem Stau. Diese Orte oder Postleitzahlen schließen Sie gezielt aus.
In Google Ads unter Kampagneneinstellungen, Standorte, Standortoptionen: „Präsenz“ wählen. Bei bestehenden Kampagnen lohnt der Blick in den Standortbericht, bevor Sie umstellen, damit Sie den Effekt vergleichen können.
Nach einigen Wochen zeigen die Standortberichte, aus welchen Orten Klicks und Anfragen kommen. Gebiete mit vielen Klicks und wenigen Anfragen bekommen ein niedrigeres Gebot oder fliegen raus, Gebiete mit guten Ergebnissen ein höheres. Diese Anpassung ist bei Google über Gebotsanpassungen je Standort möglich.
LeadRaum spielt Ihre Anzeigen genau im Einzugsgebiet aus, verteilt das Budget in Echtzeit über mehr als 30 Werbeplattformen und prüft jede Anfrage auf Region und Leistung, bevor sie bei Ihnen ankommt. Im Schnitt erzielen wir so 37 % mehr Conversions als bei durchschnittlichen Agenturleistungen.
Geotargeting ist ungenauer, als viele annehmen. Die IP-Adresse eines Festnetzanschlusses verweist oft auf den Knotenpunkt des Anbieters, der Dutzende Kilometer entfernt liegen kann. Mobile Nutzer ohne aktivierte Standortdienste werden über das Funknetz grob verortet. Pendler werden je nach Tageszeit an ihrem Wohn- oder Arbeitsort erfasst. Ein Radius von 5 km ist deshalb in der Praxis eher ein Radius von 5 bis 15 km.
Daraus folgen zwei Regeln. Erstens: Sehr kleine Gebiete funktionieren selten zuverlässig. Zweitens: Die letzte Prüfung des Standorts gehört in das Formular. Wer dort Postleitzahl oder Ort abfragt, filtert Anfragen außerhalb des Gebiets heraus, bevor jemand zurückruft. Bei LeadRaum ist genau das Teil der Vorqualifizierung: Jede Anfrage wird anhand der gemeinsam definierten Kriterien geprüft, zu denen fast immer die Region gehört, bevor sie beim Vertrieb ankommt.
Auch rechtlich gibt es Punkte zu beachten. Standortdaten sind personenbezogene Daten. Die Werbeplattformen holen die Einwilligung für ihre eigene Standorterfassung selbst ein. Wer aber auf der eigenen Website Standorte von Besuchern erfasst, etwa für eine Filialsuche mit automatischer Ortung, braucht eine eigene Rechtsgrundlage und einen Hinweis in der Datenschutzerklärung. Die Grundlagen fasst der Beitrag zur DSGVO-konformen Leadgenerierung zusammen.
Bei Filialisten, Franchisesystemen und Händlernetzen bekommt jeder Standort sein eigenes Gebiet. Hier entstehen zwei zusätzliche Fragen. Überschneiden sich die Gebiete zweier Standorte, konkurrieren sie in derselben Auktion und treiben die Preise gegenseitig hoch. Eine saubere Aufteilung, etwa nach Postleitzahlen, verhindert das. Und die Anfragen müssen beim richtigen Standort ankommen, am besten automatisch anhand der angegebenen Postleitzahl.
Plattformen für lokales Marketing wie Localyzer spielen Kampagnen der Zentrale mit dem Radius jedes Standorts aus. Ein anderer Weg ist die zentrale Steuerung durch einen Dienstleister, der Kampagnen und Anfrageweiterleitung für alle Standorte übernimmt. Beide Wege vergleicht die Seite LeadRaum vs. Localyzer. Wie das Einzugsgebiet zusammen mit den übrigen lokalen Maßnahmen geplant wird, zeigt der Ratgeber zum lokalen Marketing.
Eine nützliche Kontrolle für alle, die bereits Anzeigen schalten: Öffnen Sie heute den Standortbericht in Google Ads und prüfen Sie, wie viel Prozent der Kosten in den letzten 30 Tagen außerhalb Ihres Gebiets angefallen sind. Ist der Wert zweistellig, haben Sie mit einer einzigen Einstellung gerade Budget zurückgewonnen.
Praxis nach Branche
Dieselben Mechanismen, übersetzt auf die Anfragesituation einzelner Branchen.
Geotargeting ist die Ausspielung von Werbung oder Inhalten abhängig vom Standort des Nutzers, etwa nach Land, Region, Stadt, Postleitzahl oder Radius um eine Adresse. Den Standort ermitteln Werbeplattformen aus GPS, WLAN, IP-Adresse und Angaben im Nutzerkonto.
Geofencing ist eine Sonderform des Geotargetings mit sehr kleinem Gebiet, oft nur wenige Hundert Meter um einen Ort wie eine Messe oder ein Einkaufszentrum. Geotargeting umfasst auch große Gebiete wie Städte, Landkreise oder ganze Länder.
Für lokale Unternehmen „Präsenz“: Die Anzeige erreicht dann nur Menschen, die sich im Gebiet befinden oder regelmäßig dort aufhalten. Die Standardeinstellung „Präsenz oder Interesse“ schließt auch Menschen ein, die sich nur für das Gebiet interessieren, und eignet sich vor allem für Tourismus und Reisen.
Bei Smartphones mit aktiven Standortdiensten recht genau, bei Festnetzanschlüssen und über IP-Adressen deutlich ungenauer, teils um Dutzende Kilometer. Sehr kleine Radien funktionieren deshalb selten zuverlässig. Die Abfrage der Postleitzahl im Anfrageformular ist die verlässlichste letzte Prüfung.
Ja, wenn die Werbeplattformen die Einwilligung für ihre Standorterfassung einholen, was Google und Meta in ihren Diensten tun. Wer auf der eigenen Website Standorte von Besuchern erfasst, braucht dafür eine eigene Rechtsgrundlage und einen Hinweis in der Datenschutzerklärung.
Flyer, Google-Profil, Radiospot oder Facebook-Anzeige im Umkreis: Lokales Marketing scheitert selten an der Maßnahme, sondern daran, dass niemand weiß, welche davon Anfragen bringt.
Google Ads hat sieben aktive Kampagnentypen mit sehr unterschiedlicher Kontrolle und Wirkung – und baut sie gerade um: Video- und Display-Kampagnen wandern in Demand Gen. Der Beitrag ordnet die Typen nach Zweck, Steuerbarkeit und Eignung für Leadgenerierung.
Detailliertes Targeting hat an Bedeutung verloren, das Creative hat gewonnen. Was das für den Aufbau von Meta-Kampagnen zur Leadgenerierung bedeutet.