Die Zentrale stellt Vorlagen und Werbezuschüsse bereit, doch viele Standorte werben trotzdem nicht. Woran Händlermarketing scheitert und welche drei Modelle es lösen.
Fachbeitrag von LeadRaum Redaktion
Die LeadRaum Redaktion bündelt Erfahrung aus über einem Jahrzehnt Performance Marketing, Kampagnensteuerung und Vertriebsprozessen. Alle Beiträge werden vor Veröffentlichung fachlich geprüft und regelmäßig aktualisiert.
Kurz beantwortet: Händlermarketing ist das Marketing, mit dem ein Hersteller oder eine Marke seine Händler, Filialen oder Franchisepartner beim Werben vor Ort unterstützt, meist mit Vorlagen, gemeinsamen Kampagnen und Werbekostenzuschüssen. Dass diese Zuschüsse oft ungenutzt bleiben, liegt selten am Geld. Den Standorten fehlen Zeit und Fachwissen, um daraus eine lokale Kampagne zu machen, und die Abrechnung ist aufwendiger als der Nutzen, den sie erwarten.
Ein Hersteller von Gartengeräten hat 400 Fachhändler in Deutschland. Jedes Frühjahr stellt die Zentrale eine Kampagne bereit: Anzeigenmotive, Social-Media-Posts, Plakatvorlagen. Dazu gibt es einen Zuschuss von 50 % auf lokale Werbekosten bis zu einer Obergrenze. Im Herbst zeigt die Abrechnung, dass ein großer Teil der Händler den Zuschuss nicht abgerufen hat. Die Vorlagen lagen im Partnerportal, heruntergeladen hat sie kaum jemand. Dieses Muster kennen fast alle Marken mit dezentralem Vertrieb.
Im Alltag werden mehrere Begriffe für dasselbe Thema verwendet. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wem der Standort gehört.
| Begriff | Wer wirbt lokal | Beziehung zur Zentrale | Typische Branchen |
|---|---|---|---|
| Händlermarketing | Selbstständige Händler | Vertriebsvertrag, Händler entscheidet selbst | Autohäuser, Fachhandel, Landtechnik |
| Filialmarketing | Eigene Filialen | Weisungsgebunden | Banken, Einzelhandel, Optiker |
| Franchise-Marketing | Franchisenehmer | Franchisevertrag, oft mit Werbeumlage | Fahrschulen, Gastronomie, Dienstleister |
| Co-op-Marketing | Partner mit Zuschuss | Kostenbeteiligung nach Richtlinie | Herstellerprogramme aller Art |
Der Unterschied ist praktisch wichtig. Eine Filiale kann angewiesen werden, eine Kampagne zu schalten. Ein selbstständiger Händler muss überzeugt werden, und ein Franchisenehmer zahlt oft bereits eine Werbeumlage, die er sichtbar zurückbekommen möchte. Im englischen Sprachraum heißt das Thema meist „Local Marketing“ oder „Through-Channel Marketing“, die Software dafür „Brand-to-Local“ oder „Distributed Marketing“.
Beim Co-op-Marketing übernimmt der Hersteller einen Teil der lokalen Werbekosten. Häufig sind 50 % der Kosten bis zu einer Obergrenze, die sich am Umsatz des Händlers mit der Marke bemisst. Im Gegenzug muss die Werbung Markenrichtlinien einhalten: richtige Logos, freigegebene Produktbilder, keine Konkurrenzprodukte im selben Motiv.
Der klassische Ablauf hat vier Schritte. Der Händler plant eine Maßnahme, lässt sie freigeben, bezahlt sie zunächst selbst und reicht danach Belege ein, um den Zuschuss zu erhalten. Jeder dieser Schritte ist eine Hürde. Die Freigabe dauert, die Vorfinanzierung belastet die Liquidität, und die Belegabrechnung kostet Zeit, die ein Händler mit zwölf Mitarbeitern lieber im Verkauf verbringt.
Ein Zuschuss, dessen Abrechnung mehr Arbeit macht als die Werbung selbst, wird nicht abgerufen.
Aus Sicht der Zentrale ist alles vorbereitet: Vorlagen, Budget, Richtlinien. Aus Sicht des Standorts sieht es anders aus.
Die Folge ist ein Netz, in dem Marke und Budget vorhanden sind, aber die lokale Nachfrage dem Zufall überlassen bleibt. Gerade in Regionen mit starkem Wettbewerb verlieren die inaktiven Standorte dabei Kunden an Mitbewerber, die lokal sichtbar sind.
Marken haben im Wesentlichen drei Wege gefunden, mit diesem Problem umzugehen. Sie unterscheiden sich darin, wie viel Arbeit beim Standort bleibt.
| Modell | Was die Zentrale tut | Was der Standort tut | Stärke | Grenze |
|---|---|---|---|---|
| Vorlagenportal | Stellt Motive und Richtlinien bereit | Lädt herunter, schaltet, rechnet ab | Günstig, einfach | Nutzung bleibt gering |
| Brand-to-Local-Plattform | Bereitet Kampagnen vor, verwaltet Budgets | Personalisiert und startet per Klick | Markenkonsistenz, Co-op-Abrechnung, auch Print und TV | Standort muss aktiv werden, Anfrageprozess bleibt offen |
| Zentrale Steuerung durch Zentrale oder Dienstleister | Schaltet und optimiert für alle Standorte | Bearbeitet die Anfragen | Jeder Standort ist sichtbar, Ergebnisse vergleichbar | Weniger Einfluss des Standorts auf die Botschaft |
Das einfachste Modell ist ein Partnerbereich mit Druckvorlagen, Bildern und Logos. Er kostet wenig und erfüllt die Pflicht, Werbemittel bereitzustellen. Für das eigentliche Problem, die fehlende Zeit und das fehlende Wissen am Standort, bietet er keine Lösung.
Plattformen wie Localyzer gehen einen Schritt weiter. Die Zentrale baut Kampagnen für Google, Facebook, Instagram, YouTube, aber auch für Print und Addressable TV vor. Der Standort ergänzt Adresse, Angebot und Bild und startet die Kampagne, oder die Zentrale rollt sie gebündelt für viele Standorte gleichzeitig aus. Budgets, Freigaben und Zuschüsse laufen über dieselbe Plattform. Localyzer selbst gibt an, dass bei seinen Kunden über 70 % der Standorte aktiv werben. Dieser Wert stammt vom Anbieter und ist nicht unabhängig geprüft. Wofür sich die Plattform im Einzelnen eignet, beschreibt der Beitrag Localyzer im Check.
Im dritten Modell schaltet nicht der Standort, sondern die Zentrale oder ein Dienstleister. Die Kampagnen laufen je Standort mit eigenem Radius und eigener Landingpage, die Anfragen werden automatisch an den zuständigen Standort weitergeleitet. Der Standort muss nichts tun außer die Anfragen zu bearbeiten. Das senkt die Hürde auf null, verlagert aber die Verantwortung für Botschaft und Budget in die Zentrale.
LeadRaum steuert die Kampagnen aller Standorte zentral, verteilt das Budget in Echtzeit über mehr als 30 Werbeplattformen und leitet vorqualifizierte Anfragen an den zuständigen Standort weiter. Für die ACADEMY Fahrschulen mit über 300 Standorten entstanden so über 16.000 Anmeldungen.
Die ACADEMY Fahrschulen sind eines der größten Fahrschul-Franchises Deutschlands, mit über 80 Franchisepartnern und mehr als 300 Standorten. Jeder Standort braucht laufend neue Fahrschüler, aber kaum ein Franchisepartner hat die Zeit, eigene Kampagnen auf Google, Instagram oder TikTok zu betreuen. LeadRaum steuert die Paid-Search- und Paid-Social-Kampagnen deshalb zentral für alle Standorte und macht die Ergebnisse je Standort transparent. In unter zwei Jahren sind so über 16.000 Anmeldungen entstanden, im Schnitt für unter 30 € pro Anmeldung (zur Case Study).
Das Beispiel zeigt, wann das dritte Modell seine Stärke ausspielt: wenn die Leistung an allen Standorten ähnlich ist, der Erfolg in Anfragen gemessen wird und die Standorte lieber ausbilden, verkaufen oder beraten als werben. Wo dagegen jeder Händler ein eigenes Sortiment hat und Printwerbung noch eine große Rolle spielt, passt eine Brand-to-Local-Plattform besser. Beide Wege stellt der Vergleich LeadRaum vs. Localyzer gegenüber.
Viele Programme werden daran gemessen, wie viel Budget bereitgestellt wurde. Aussagekräftiger sind diese vier Werte:
Die ersten beiden Werte zeigen, ob das Programm genutzt wird. Die letzten beiden zeigen, ob es wirkt. Ein Programm mit 90 % Aktivierung und unbekannter Wirkung ist besser als eines mit 20 %, aber noch nicht gut. Wie Sie ein Budget über mehrere Kanäle hinweg nach Wirkung verteilen, zeigt der Beitrag zur Cross-Plattform-Budgetoptimierung.
Nicht jede Marke hat ein funktionierendes Programm. Für Händler, Filialleiter und Franchisenehmer, die nicht auf die Zentrale warten wollen, gelten dieselben Grundlagen wie für jeden lokalen Betrieb: ein vollständig gepflegtes Google-Unternehmensprofil, regelmäßig gesammelte Bewertungen und Anzeigen mit festem Radius um den Standort. Vorhandene Zuschüsse sollten Sie konsequent abrufen, denn ungenutztes Co-op-Budget ist Geld, das ein Mitbewerber im selben Netz vielleicht nutzt. Welche Maßnahmen im Einzugsgebiet zuerst Budget bekommen sollten, zeigt der Ratgeber zum lokalen Marketing.
Klären Sie vorab mit der Zentrale, was Sie selbst schalten dürfen. Viele Franchiseverträge regeln Markenauftritt und Werbekanäle genau, und eine eigenmächtige Kampagne mit falschem Logo kann Ärger bringen, der größer ist als der Nutzen. Oft lohnt dabei ein Gespräch über die Frage, ob die Zentrale die Kampagnen nicht gleich für alle Standorte übernehmen kann.
Praxis nach Branche
Dieselben Mechanismen, übersetzt auf die Anfragesituation einzelner Branchen.
Händlermarketing umfasst alle Maßnahmen, mit denen ein Hersteller oder eine Marke seine Händler beim Werben vor Ort unterstützt, etwa mit Werbevorlagen, gemeinsamen Kampagnen und Zuschüssen zu lokalen Werbekosten. Ziel ist, dass jeder Händler im eigenen Einzugsgebiet sichtbar ist und die Marke dabei einheitlich auftritt.
Beim Co-op-Marketing teilen sich Hersteller und Händler die Kosten lokaler Werbung. Häufig übernimmt der Hersteller einen festen Anteil, zum Beispiel 50 Prozent, bis zu einer Obergrenze. Im Gegenzug muss die Werbung die Markenrichtlinien einhalten und wird nach Freigabe und Belegprüfung erstattet.
Händler sind selbstständige Unternehmer und entscheiden selbst, ob sie an einer Kampagne teilnehmen. Filialen gehören zum Unternehmen und können angewiesen werden. Die Werkzeuge sind ähnlich, die Überzeugungsarbeit ist beim Händlermarketing deutlich größer.
Meist fehlen am Standort Zeit und Marketingwissen, um aus einer Vorlage eine Kampagne zu machen. Dazu kommen Freigaben, Vorfinanzierung und Belegabrechnung. Wenn der Händler zudem nicht sieht, wie viele Anfragen eine Kampagne gebracht hat, fehlt der Anreiz, es erneut zu versuchen.
Es gibt sogenannte Brand-to-Local- oder Distributed-Marketing-Plattformen wie Localyzer, über die die Zentrale Kampagnen vorbereitet und Standorte sie personalisieren und starten. Alternativ können die Zentrale oder ein Dienstleister die Kampagnen aller Standorte zentral steuern und die Anfragen an die Standorte weiterleiten.
Flyer, Google-Profil, Radiospot oder Facebook-Anzeige im Umkreis: Lokales Marketing scheitert selten an der Maßnahme, sondern daran, dass niemand weiß, welche davon Anfragen bringt.
Localyzer bringt die Kampagnen einer Marke an Hunderte Standorte. Ob dort Anfragen ankommen, entscheidet sich an einer Stelle, die die Plattform nicht abdeckt.
Prozent vom Umsatz ist die bequemste, aber schlechteste Methode. Drei bessere Wege, die Budgethöhe zu bestimmen, plus eine klare Logik für die Verteilung.