Wer den Wert je Kunde um 30 Prozent hebt, darf 30 Prozent mehr für einen Neukunden ausgeben. Damit werden Werbeauktionen rentabel, aus denen man vorher aussteigen musste.
Fachbeitrag von LeadRaum Redaktion
Die LeadRaum Redaktion bündelt Erfahrung aus über einem Jahrzehnt Performance Marketing, Kampagnensteuerung und Vertriebsprozessen. Alle Beiträge werden vor Veröffentlichung fachlich geprüft und regelmäßig aktualisiert.
Kurz beantwortet: Upselling verkauft dieselbe Leistung größer oder besser, Cross-Selling etwas Passendes daneben. Steigt der Auftragswert dadurch um 30 Prozent, steigt bei gleicher Marge auch der Betrag, den ein Neukunde kosten darf, um 30 Prozent. Genau dieser Spielraum entscheidet, ob Sie in Werbeauktionen mitbieten können oder aussteigen müssen. Entscheidend für den Zusatzverkauf ist der Moment im Ablauf, nicht die Länge der Angebotsliste.
Upselling bedient dasselbe Bedürfnis auf höherem Niveau: die größere Photovoltaikanlage, die hochwertigere Fliese, das erweiterte Wartungspaket. Der Kunde kauft, was er ohnehin kaufen wollte, nur mehr oder besser.
Cross-Selling bedient ein angrenzendes Bedürfnis: die Wartung zur Heizung, die Beschattung zur Terrasse, die Wallbox zur Photovoltaik. Der Kunde kauft etwas Zusätzliches.
Die Unterscheidung hat praktische Folgen, weil die passenden Momente verschieden sind. Upselling gelingt, solange die Entscheidung noch offen ist. Cross-Selling gelingt danach, wenn das erste Ergebnis sichtbar ist und Vertrauen besteht.
Der Zusatzumsatz ist der offensichtliche Nutzen. Wirtschaftlich interessanter ist seine Wirkung auf die Neukundengewinnung. Der zulässige Preis für einen Neukunden ergibt sich aus dem Deckungsbeitrag, den er bringt. Steigt dieser, dürfen Sie mehr bieten.
| Größe | Ohne Zusatzverkauf | Mit Zusatzverkauf |
|---|---|---|
| Auftragswert | 6.000 € | 7.800 € |
| Deckungsbeitrag bei 25 % | 1.500 € | 1.950 € |
| Zulässige Akquisekosten (ein Drittel davon) | 500 € | 650 € |
| Zulässige Kosten je Lead bei 15 % Abschluss | 75 € | rund 98 € |
Ein Betrieb, der bisher bei 75 Euro je Lead aussteigen musste, kann jetzt bis knapp 98 Euro mitbieten. In umkämpften Auktionen um Suchbegriffe wie „Wärmepumpe Kosten“ oder „Dachsanierung“ entscheidet dieser Unterschied oft darüber, ob die Anzeige überhaupt sichtbar ist. Die Systematik behandelt CAC und LTV, die Ableitung des zulässigen Lead-Preises Kosten pro Lead.
Zusatzverkauf scheitert selten am Angebot und meist am Zeitpunkt.
Ohne System hängt der Zusatzverkauf am Gespür einzelner Mitarbeitender. Drei Bausteine machen ihn wiederholbar.
Eine Zuordnungstabelle. Zu jeder Hauptleistung gehören eine Erweiterung und eine Ergänzung, nicht fünf. Ein Beispiel aus der Haustechnik:
| Hauptleistung | Erweiterung (Upselling) | Ergänzung (Cross-Selling) |
|---|---|---|
| Photovoltaikanlage | Stromspeicher | Wallbox |
| Wärmepumpe | Größerer Warmwasserspeicher | Jährlicher Wartungsvertrag |
| Badsanierung | Bodengleiche Dusche | Handtuchheizkörper |
Ein vorbereiteter Satz je Moment. Nicht auswendig gelernt, aber vorformuliert, damit der Zusatzverkauf nicht von der Tagesform abhängt. Etwa: „Viele Kunden entscheiden sich an dieser Stelle zusätzlich für einen Speicher. Soll ich Ihnen beide Varianten gegenüberstellen?“
Eine Erfassung. Umsatz je Kunde und Anteil der Aufträge mit Zusatzleistung. Ohne diese beiden Zahlen lässt sich nicht sagen, ob etwas wirkt. Der richtige Ort dafür ist das CRM, siehe CRM einführen.
Zusatzangebote im richtigen Moment erhöhen oft auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Hauptauftrag zustande kommt. Wer zwischen zwei Ausführungen wählt, hat die Grundsatzfrage bereits beantwortet. Das funktioniert nur, wenn beide Varianten sachlich vertretbar sind, und es ist eine Beobachtung über Entscheidungen, kein Trick. Weitere Hebel auf derselben Stufe beschreibt Abschlussquote verbessern. Wie Bestandskunden über Folgeaufträge hinaus gehalten werden, zeigt Kundenbindung erhöhen.
Zusatzverkauf ist vor allem eine Frage des Zeitpunkts. Dasselbe Angebot wirkt im falschen Moment aufdringlich und im richtigen selbstverständlich.
Mit dem neu berechneten Spielraum lohnt sich ein zweiter Blick auf die Neukundengewinnung. LeadRaum verteilt das Werbebudget in Echtzeit auf die Plattformen, die gerade die günstigsten Anfragen liefern, und ein höherer zulässiger Lead-Preis erschließt dabei Auktionen, die vorher nicht rentabel waren.
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Upselling bedient dasselbe Bedürfnis auf höherem Niveau, etwa die größere Anlage oder die bessere Ausführung. Cross-Selling bedient ein angrenzendes Bedürfnis, etwa die Wartung zur installierten Anlage. Upselling gelingt während der Entscheidung, Cross-Selling meist danach.
Für Upselling nach der Grundsatzentscheidung und vor der Unterschrift, für Cross-Selling bei Übergabe oder Abnahme. Im ersten Beratungsgespräch ist beides riskant, weil es den Preis erhöht, bevor Vertrauen entstanden ist.
Direkt und proportional. Der zulässige Preis für einen Neukunden leitet sich aus seinem Deckungsbeitrag ab. Steigt der Wert je Kunde um 30 Prozent, steigt bei gleicher Marge und Abschlussquote auch der Betrag, den Sie je Lead bieten dürfen, um 30 Prozent.
Je Hauptleistung eine Erweiterung und eine Ergänzung. Längere Listen verlängern die Entscheidung und senken die Abschlusswahrscheinlichkeit. Wichtiger als die Zahl der Optionen ist der Moment, in dem sie angesprochen werden.
Nicht, wenn die größere oder bessere Variante sachlich begründet ist und der Kunde offen zwischen beiden wählen kann. Unseriös wird es, wenn Zusatzleistungen verkauft werden, die das ursprüngliche Problem nicht besser lösen, oder wenn Druck aufgebaut wird.
Ein empfohlener Auftrag kostet oft weniger als die Hälfte eines Auftrags aus bezahlter Werbung. Trotzdem überlassen die meisten Betriebe Empfehlungen dem Zufall, statt drei einfache Auslöser zu organisieren.
Kundenbindung gilt als weiches Thema und ist erstaunlich gut messbar. Drei der vier nötigen Kennzahlen liegen bereits in Ihrer Buchhaltung, und eine davon entscheidet, wie viel ein Neukunde kosten darf.
Ein Kunde darf so viel kosten, wie er einbringt – aber wann und wie viel genau? Die beiden Kennzahlen, die über nachhaltiges Wachstum entscheiden.